Die sinnlose Maschine

Ja, ich weiss, das Video gibt’s schon länger, aber es fasziniert mich immer wieder. Das ist noch spannender als animierte gif’s.

Schaut Ihr auch so fasziniert zu? Die Maschine heisst zwar „The most useless Machine“, aber ich habe da meine Zweifel:

Die ist doch echt konsequent, oder? Mehr noch – das ist die mechanische Manifestation der Sturheit. Schon beinahe boshaft renitent erscheint einem der konsequent schnelle Arm. Man vermeint nach einer Weile den kleinen Kerl – den Geist in der Maschine – lachen zu hören, wenn er den Schalter wieder zurückschubst.

Interessanter aber ist bestimmt der Mensch, der davor sitzt und immer wieder den Schalter drückt, obwohl er genau weiss …

Ist diese Sturheit Dummheit? Etwa so:

“Sturheit ist konstante Beharrlichkeit unter Abschaltung des Gehirns.” (Gerhard Uhlenbruck).

Oder ist es es der urmenschliche Drang das Unausweichliche immer wieder herauszufordern?

“Zwei Tode gibt es nicht, aber einer ist unausweichlich.” (russisches Sprichwort)

Unser Hirn foppt uns ja auch bei anderen Gelegenheiten. Ich hätte da dieses kleine Spiel, zum Zwecke der experimentellen Selbsterfahrung anzubieten (stammt aus jo$ blog-o-matic; kennen daher vielleicht schon einige):

↑Die 'Weisser Bär'-Maschine von jo jmatic, 2009; via Ipernity

↑Die ‘Weisser Bär’-Maschine von jo jmatic, 2009; via Ipernity

Die Regeln des Spiels sind einfach: Schließt die Augen und denkt woran Ihr gerade denken wollt, nur nicht an einen weissen Bären. Ihr dürft eine Minute lang nicht an den weissen Bären denken.

Alles Klar? Na, dann los. Die Zeit läuft …

Wie? Hat nicht geklappt?

Hat es eventuell so ähnlich nicht funktioniert, wie im Bett liegen und einschlafen wollen, aber es einfach nicht können?

Die Wissenschaft nennt dieses Phänomen Metakognition. Im Falle unseres kleinen Spiels also der ironische Kurzschluss, dass genau das Ziel unserer Gedanken, an etwas nicht zu denken, per Gedanken sofort von uns überprüft wird, in dem wir daran denken. Böses Spiel. Böses kleines Spiel.

Es ist also das Wissen um das eigene Wissen. Oder anders ausgedrückt: Der Gedanke kreist um den Gedanken. Philosophisch gesprochen: die Selbsterkenntnis.

Kurioserweise ist es sogar so, dass wir genau dieses Spiel andauernd betreiben. Der Mensch reflektiert ständig das, was er gerade denkt, das er denkt, worüber er denkt, was er denkt … Teufel auch …

Jaja, das ist ein rechter Dämon, das Bewusstsein. Da kann man nur, je nach Gusto, seinem Schöpfer danken oder die Evolution beglückwünschen, dass sie dem Chefprimaten auf diesem Planeten das Unterbewusstsein zur Verfügung stellt, damit es das zuweilen völlig überlastete und in teuflischen Spiralen gefangene Bewusstsein entlastet:

“Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.” – (Die Dämonen, Dostojewski)

Erstaunlich, oder!? Funktioniert unser Gehirn am Ende genauso wie „The most useless maschine“?

2 Gedanken zu “Die sinnlose Maschine”

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