Google Buzz rockt 2


Google Buzz

Image by Máximo Gómez Santos via Flickr

Mannomann hat mich das Lesen der Artikel in den letzten beiden Tagen über Google Buzz genervt. Egal, ob Tagespresse, Meinungsmacher, oder Klein-Blogger, alle hatten sofort Kategorisierungen, wie Twitter– und Facebook-Killer, oder andere Schnellgerichtsurteile mit nachfolgender standrechtlicher Erschießung parat.

Ja, ich weiss, das Getöse ist Geschäft, schon klar. Genervt hat’s trotzdem, dieweil jetzt auch die ersten schon wieder anfangen zurückzurudern. Meine Rede.
Egal, ich bin GMail-Nutzer und fand bisher pip.io recht gut, weil es Info-Schnipsel gut darstellen kann und geschlossene Empfänger- und Diskussions-Gruppen erlaubt, wovon ich privat und beruflich (Geschäft, Bands, Projekte) ausgiebig Gebrauch mache. Allerdings ist diese Geschlossenheit auch der grösste Nachteil solcher Dienste. Das liegt halt voll in dem Bereich, denn Robert Basic in diesem Artikel jetzt auch für Buzz beschrieben hat: Google Buzz: Anwendungsszenario für Intranet-Kommunikation. Buzz kann das, und geht darüber aber noch hinaus. Für meine Zwecke ist es auch nicht so “oversized” wie Wave. Ausserdem sitzt Buzz genau da, wo meine Kommunikationszentrale ist, in GMail. Das ist ein Geschwindigkeitsvorteil. Schon alleine damit haben Dienste wie pip.io leider verloren, und genau das habe ich bei Wave vermisst.

Buzz bietet auch das, was ich bei Twitter immer schon vermisst habe: Es fasst Beiträge und Ihre Reaktionen darauf übersichtlich(!) und ohne separate Clients zusammen und ermöglicht so einen vernünftigen und vor allem übersichtlichen Austausch. Super.
Twitter war für mich schon immer mehr ein Info-Sende- und Recherchekanal. Das Chatten und “Status vermelden” ist bei mir immer schon an oder über der “Aua”-Grenze gelegen.

So kann ich also jetzt per Buzz und danach Twitter (als Werbetafel) Informationen weiter geben, wo es sich für Mitlesende lohnt zu sichtbar zu reagieren, und chronologisch geordnet die erhaltenen Informationen zu erweitern und zu beeinflussen. Sehr cool, sehr nützlich. Das fehlte Twitter bisher an Struktur und ergänzt an dieser Stelle meinen Informationsfluss. Nicht entweder Twitter oder Buzz, sondern beides zusammen macht Sinn.

Natürlich muss man sich um Redundanz Gedanken machen, völlig klar. Das wird der tägliche Gebrauch schnell zeigen.

Wo Buzz ein Facebook-Killer sein soll, oder auch nur irgendwie damit zu tun hat, ausser ein paar gemeinsamen strukturellen Kommunikationsgerüsten ist mir nicht klar. “Wer-kennt-wen” ist Kindergarten und Facebook dagegen höchsten ein Kinderhort. Fertig. Tut mir leid, ich hab’s bisher nur so kennengelernt. Das soll nicht despektierlich sein. Im Kindergarten kann es toll sein, wenn man spielen und eine unbeschwerte Zeit verbringen will, und ein paar Leute kennenlernen will. Wer sich dort wohlfühlt, der möge sich glücklich schätzen. Was das aber als “entweder-oder” mit Buzz zu tun hat, konnte mir bisher keiner vermitteln.

Ich nutze Chrome und habe schon gleich die erste Extension für Buzz in die Leiste gepflanzt und nutze sie auch: Chrome Buzz.

Eine gute Anleitung für Buzz hatte ich hier gefunden: jo buzzt über Buzz. 😉

Google Buzz ist eng mit dem Reader verzahnt und dadurch kann ich Buzz auch befüllen, in dem ich das “Kommentieren und empfehlen”-Bookmarklet des Reader, oder eine entsprechende Extension benutze, z. B. “Note in Reader”. Schneller geht’s kaum.

Wenn man’s weiter denkt, dann kann Buzz den Lifestream bei mir ersetzen. Schaun mer mal.

Zum Thema Datenschutz. Alle Erfahrungen der letzten Jahre zeigen mir, dass kein Anbieter von “Was-auch-immer” im Netz vor Technikattacken, Spionage, kriminellen Handlungen und politischen Wirren wirklich sicher geschützt ist. Zerschlagt Google, und dann? Vorgestern war es IBM, gestern war es Microsoft, heute ist es Google – und morgen? 

Meine Ansicht ist: Firmen wie Google kontrollieren wir nur über unseren politischen Willen. Genau diesen müssen wir artikulieren, und müssen für unsere Überzeugungen eintreten, damit solche Firmen immer in eine freie demokratische Gesellschaft mit einem fairen(!), reformierten Kapitalismus eingebettet sind. Ein grosses Ziel, in der Tat, aber das ist der einzige Schutz für unsere Daten, und die einzig Art zu leben, die mir realistisch erscheint. 

Ach ja, es ging ja nur um Buzz. Ich wollte eigentlich nur sagen: Ich find’s cool. Keine Ahnung was mit dem Dienst wird, aber die Idee ist gut. Es ist noch lange nicht perfekt, aber hey: Wir leben mit Twitter …
Nur als Angebot: Falls Ihr meinen “Buzz” mitlest, versorg‘ ich Euch mit Informationen – versprochen. 😉

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