Kardinalfehler

Es sei eine „Asymmetrie“, wenn in Europa Religionsfreiheit für Muslime herrsche, aber gleichzeitig Gerichte verfügten, „dass wir Kreuze abnehmen“ oder dass „in einer deutschen Schule ein Zimmer für muslimische Schüler zum Gebet frei gemacht werden muss“.

Wieder so ein Artikel, bei dem die Buchstaben vor Augen verschwimmen, weil man kopfschüttelnd liest.

Lieber Herr Meisner, das ist keine Asymmetrie, das ist der durchaus erstrebenswerte Weg in einen säkularen Bildungsstaat. In den Klassenzimmern stehen auch keine Minarette und es hängen keine Gebetsteppiche an den Wänden. Ist Ihnen das schonmal aufgefallen? Auch das ist Religions“freiheit“.

Zimmer für Gebete, damit Menschen ihren Glauben praktizieren können, auch wenn sie einer Minderheit angehören, erfordern natürlich einen Grad von Toleranz, den ein katholischer Berufsseelsorger nur schwerlich erreichen kann, wenn er das Verhältnis von Religionen nur eindimensional in „Stärke“- und „Schwäche“-Kategorien zu sehen gelernt hat.

Lieber Herr Meisner, wenn das ihre Ansichten sind, sind sie ein katastrophaler Religionslehrer, und erweisen ihrer Glaubensgemeinschaft einen Bärendienst, aber hey, sie wären ein toller Politiker.

4 Gedanken zu “Kardinalfehler”

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