Was kostet das?


Die Ethik-Kommission für den Atomausstieg hat getagt:  

Treffen der Atomausstieg-Ethikkommission: Krieg der Welten – taz.de

  • Treffen der Atomausstieg-EthikkommissionKrieg der Welten 30 Experten reden über die Ethik der Energiewende. Zwei Lager beharken sich mit Argumenten, die bekannt sind. Näher kommen sie sich dabei auch in zehn Stunden nicht.

 

 

 

Ja, ich weiss, ich hätte auch schreiben können, dass in China ein Sack Reis umgefallen ist.

Der „Atomausstieg“ ist gerade nicht mehr so aktuell. Das hat mehrere Gründe. Erstens mit fukushimatösen und medial forcierten Ermüdungserscheinungen, denn irgendwann sind radioaktiv strahlende Reaktorgebäude und menschliche Katastrophen dann doch irgendwann endberichtet. 

Da ist es zweitens doch eine willkommene Abwechslung, wenn man sich zwischendurch über herrlich belanglose Dinge wie Würmer in Facebook und die Dummheit der klickenden Masse aufregen darf. Das hat im Vergleich zu Atomkatastrophen eine wohltuend geringe Auswirkungen auf das tatsächliche Leben. Nebenbei bemerkt: Facebook befeuert seine Server mit Atomstrom.

Drittens folgt der republikanisierte Deutsche am heutigen Tag lieber seinen voyeuristischen und royalistischen Urinstinkten, und pflegt den nur noch theorethisch und in Klatschblättern vorhandenen Klassengesellschaftsgedanken der vorvorigen Jahrhunderte, in dem er zwei Leuten zuschaut, die sich entschlossen haben in Zukunft berufsmäßig zu winken und in einen „24 Stunden – 7 Tage die Woche“ -Big-Brother-Container einzuziehen. Nebenbei bemerkt: Das muss wirklich Berufung sein.

Und da schreibe ich hier über so etwas uncooles wie die Ethik-Kommission für den Atomausstieg. Wobei ich auch zugeben muss, dass es eigentlich nicht viel darüber zu schreiben gibt. Im Grunde kann man die gestrige Sitzung dieser Ethik-Kommission mit einem Satz umschreiben: Was kostet das?

Ok, man könnte auch noch erwähnen, dass kein Vertreter von Greenpeace oder einer ähnlichen Organisation Mitglied dieser Kommission ist. Vertreter der Atomkonzerne sitzen dagegen natürlich in dieser Kommission. Klar.

Es ist in Ordnung sich ein sinnloses Heiratsprozedere anzuschauen. Es ist auch in Ordnung, seine Freizeit in einem amerikanischen Forum zu verbringen. Es ist ebenfalls in Ordnung, die entscheidenden Fragen von Energieversorgung und dem damit notwendigen gesellschaftlichen Umdenken von einer Kommission diskutieren zu lassen. Es ist in Ordnung, wenn man mit der Einstellung lebt, dass „die“ das schon regeln werden.

Es ist aber auch in Ordnung, wenn man fragt, warum so ganz plötzlich die C02-Emmissionen das Totschlag-Argument der Atomlobbyisten sein darf. Es ist aber auch in Ordnung, wenn man mal fragt, warum die Kosten des Atomausstiegs den Bürgern als Schreckgespenst vor Augen gehalten werden, wo das doch vor kurzem beim Banken-Debakel irgendwie überhaupt nicht interessant war. Es ist auch in Ordnung darauf zu achten, wie sehr sich diese Kommission mit grundsätzlichen ethischen Fragen auseinandersetzen wird. Zum Beispiel mit der Frage, ob Energie in Zukunft frei handelbar bleiben sollte. Es ist sogar in Ordnung, wenn wir dafür sorgen, dass diese Diskussion nicht alleine dieser Kommission überlassen wird.

Nur heute nicht. Heute is‘ royal. Ok. Morgen vielleicht?

 

 

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