Weil es nicht ohne es sein kann 2


Schon im ersten Artikel des Tages klang er an, der Zweifel und mein Genöhle am, und im manchmal inhaltslosen, manchmal bauchnabelschau-rigen 2.0-Netz. Fortführen muss ich dies jetzt mit der Feststellung, dass es im Netz einfach Bilder gibt, die Fragen aufwerfen, und die offensichtlich die falschen Titel tragen und/oder zum zweimal Hinsehen auffordern. 

 
Da wäre zunächst dieses Bild, und die – mit Stirnrunzeln – gestellte Frage: Ist das Claudia (“Cloodia”) Schiffer? Echt jetzt? Was war da los? Wie kam’s dazu? Sie war jung und brauchte tatsächlich/offensichtlich das Geld!?

 
Oder dieses Bild eines jungen Mannes, in einer für Männer durchaus nachvollziehbaren Situation (Objekte austauschbar), die in ihrer Offensichtlichkeit nicht zu überbieten ist, und aber natürlich mitnichten etwas darüber aussagt, ob dieser Mensch ein guter Gatte ist, wie die Bildüberschrift fragend in den digitalen Raum wirft. Die essentiellen Fragen hier sind doch wohl völlig andere: Was zur Hölle hat der Typ da an den Beinen? Was sind das für Hosen? Wieso darf der damit Moped fahren? Ist in unserer demokratischen Welt wirklich alles erlaubt? Moped im Bett – ok! – aber solche Beinkleider …?
 
Politisch unkorrekt wird’s bei diesem Bild. Ob da die dicken Kinder von Landau von Taipeh fröhlich dem Herzinfarkt entgegenrennen oder nicht, ist doch nur halb so interessant, wie die Frage, warum die in einer Kurve geradeaus rennen. Ist das ein bildlich dargestelltes Physik-Experiment zum Thema Massenträgheit und Fliehkraft?
Bei diesem Bild stellt sich die Frage, ob der Innenrist-Künstler vorher dieses Bild gesehen hatte? Oder dieses Bild? Woran sich natürlich die Frage anschließt, ob die Warnhinweise der Protagonistin mit dem eingelaufenen T-Shirt etwa entgangen sind?
 
Man sieht an diesen Beispielen, dass Bilder dies oder jenes, oder beides aussagen können.
 
Soweit dazu. 
 
Der Knackpunkt dieses Artikels ist aber ein anderer. Dem aufmerksamen Leser wird es aufgefallen sein:
 
Der totale Mangel an Bildern in diesem Artikel, der doch zunächst ganz offensichtlich ein Artikel über Bilder sein soll. Sprich, das was Gegenstand ist, ist eigentlich nicht vorhanden. Im krassen Gegensatz dazu, ist aber etwas anderes reichlich vorhanden: Links! Die Stargates des WWW.
 
Das ist das paradoxe am und im Netz. Das, worüber wir im Netz schreiben, pixeln, lautmalen ist eigentlich hier gar nicht vorhanden: Das Leben. Allerdings hat alles, was im Netz stattfindet, definitiv immer Bezug zum …? Richtig: Zum Leben.
 
That’s the Web. So einfach ist das. 
 
Das führt mich auch ohne weitere Umwege direkt zu meinem Beitrag in Woche #16 beim Xaeon-Pojekt. Auch dazu natürlich nur, und unerlässlich, hauptsächlich ein Link. Was beide, Film und Artikel gemeinsam haben, findet, wer mag, selber raus.

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2 Gedanken zu “Weil es nicht ohne es sein kann

  • Kreuznacher

    Nachdem du „viele“ Bilder und im Video „fehlende“ Bilder und zudem auch „manipulierende“ Bilder so schön präsentiert hast, will ich nun ein Video mit Bildern (25 Stk./Sekunde) und manipulierendem Inhalt präsentieren, jedoch nicht ohne die Frage zu stellen: Hättest auch du dir in die Hose gemacht? http://9gag.com/gag/10043/

  • jo jmatic

    Ja, da kann man schonmal ins Grübeln kommen, ob der eigenen geistigen Verfasstheit :-)Passt tatsächlich sehr schön zu meiner Artikel/Video-Combo. Da wurde ganz schön “viel” Bildmaterial “manipuliert” und “fehlende” Realität zu erzeugen.