Die Elektrozaun-Frage

Gestern war Montag. Das ist die gute Nachricht, denn wenn Ihr dies lest, habt Ihr in überstanden. Der heutige Dienstag bietet sich nach meinem Woche #14-Video von gestern dazu an, eine Frage zu vertiefen, die dort gestern angeschnitten wurde: Womit füttert man Elektrozäune?

Vor langer Zeit, in meinem Prä-Posterous-Blog hatte ich diese drängende Frage schon einmal zu beantworten versucht, und ich denke mir überhaupt nix dabei, den Text von damals hier nochmals der Öffentlichkeit zu präsentieren. Bitteschön:

Elektrozaunfütterung

Will man die hochspannende Frage, womit man Elektrozäune füttert, klären, muss man den gemeinen Elektrozaun und seine Herkunft kulturgeschichtlich betrachten:

Der Elektrozaun trat mit der Elektrifizierung der Gesellschaft und ihrer Kriege in das (r)evolutionäre Geschehen mit ein. Er darf als Nachfahre und evolutionäre Seitenlinie des Stacheldrahtzauns gelten. Frühe Züchtungen ergaben schnell sehr aggressiv-impulsive Exemplare, die ihren Lebensraum stets in militärischen und politischen Spannungsfeldern fanden. Bevorzugte Beute war stets der Mensch.

Diese Spezies war derart aggressiv, dass spezielle Isolatoren und eine Bewachung durch Stachel- und Maschendrahtzäune notwendig war, um sie zu kontrollieren.

Heute ist der gemeine Elektrozaun wesentlich harmloser. Er  erzeugt nur geringe Stromstärken und wird zumeist auf Weiden gehalten.

Zurück zur Anfangsfrage: Womit füttert man Elektrozäune? Oder, anders formuliert: Wonach sehnt sich der Elektrozaun?

Nun, er sehnt sich nach Erdung. Er sehnt sich nach dem geschlossenen Stromkreis. Sein Yin und Yang sozusagen. Dann brummt er vor Vergnügen und im Trafo wandelt die Spule singenderweise Elektronen in Vergnügen.

Also, wenn Ihr das nächste mal einen Elektrozaun seht, dann tut ihm den Gefallen und schließt mit ihm einen Stromkreis. Einfach mal anfassen, dran pinkeln, drauf setzen und den Nerven freies Spiel lassen.

Beachtet keine „Bitte nicht füttern“-Schilder der Elektrozaun-Sklavenhalter, die ihn ja doch nur zum Wächter seiner eigenen Befangenheit gemacht haben und ihm die Erfüllung seines Seins mit Schildern verwehren.

In diesem philosophischen Sinne: Es lebe der Wagnersche Hammer.

 

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