Krieg in den Köpfen


„U.S. W78 warheads inside MK12A re-entry vehicles on a LGM-30 Minuteman III bus.“
(Licensing: US government DOD and/or DOE photograph. Public domain as work of U.S. federal government.)

2003 liessen die Amerikaner eine fussballfeldgrosse Fläche zubetonieren, weil das Erdreich so belastet war, dass die US-Regierung fürchtete, Terroristen könnten eine Bombe daraus bauen.

Was tut man nicht alles im Krieg gegen den Terror. Was taten andere nicht alles in dem Krieg, der nicht geführt wurde:

Vom Krieg gegen den Terror weiss Berik aus Semipalatinsk (Kasachstan) nichts. Berik hat einen kleinen Mund, der herzlich lachen kann, und er hat ein linkes Augenlid, welches auf und ab hüpft, wenn er sich freut. Sein Gesicht besteht aus Wucherungen, quer über sein ganzes Gesicht. Berik hebt den Hautlappen an, wenn er sich den Schweiss abwischt, und danach lässt er ihn gerne zurück auf die Wabge klatschen. Das klingt wie eine Ohrfeige.

So ähnlich steht es in dem Artikel “Der Versuchsmensch“ in Das Magazin, ebenso wie das oben stehende Zitat. Der Artikel erzählt von den Menschen, die in der Nähe des ehemaligen Atomwaffentestgelände Semipalatinsk leben.

In diesem Artikel stehen noch viele solcher Sätze, die man zweimal lesen muss, damit man glaubt, was man da gerade gelesen hat. Die Selbstverständlichkeit, mit der Mensch unter politischer Notwendigkeit benutzt, verformt und entwertet werden kann, macht die Wichtigkeit der Kreuze klar, die wir in Kürze zu machen haben.

Kriege, auch die nicht geführten, beginnen immer in den Köpfen. Das stimmt. Ganz offensichtlich ist dieser Krieg noch nicht zu Ende:

Vor drei Jahren habe sich der Sohn ihrer Nachbarin umgebracht. Er sei in die vierte Klasse gegangen, ein guter Junge, nur beste Noten. Seine Mutter habe ihn ins Haus geschickt, damit er sich eine Jacke anziehe. Als er nicht zurückkam, sei sie nachsehen gegangen. Sie fand ihn erhängt an einem Heizungsrohr.

Der Preis für die Kraft und die Macht gespaltener Atome ist zu hoch.

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