Malen mit Zahlen

Ich frage mich: Stimmt das?

Wer Need for Speed und dergleichen spielt, neigt doppelt so häufig zum aggressiven Rasen, überfährt rote Ampeln oder wird von der Polizei gestoppt. 

http://diigo.com/0f3my – Gamer sind riskante Autofahrer : T e c Z i l l a

 

Hört sich irgendwie schlüssig an, aber vielleicht sollte man vorher zur Sicherheit dieses Buch gelesen haben, denn Untersuchungen zeigen auch, dass in keinem Staat die Kriminalitätsrate höher ist, als im Vatikan. Tja, so einfach ist das also, wenn man den Teufel mit Zahlen an die vatikanische Wand malen will.

Zahlen sind toll, denn man kann sie so schön kombinieren. Eine sehr schöne Sache in diesem Zusammenhang ist auch der Mittelwert. Betrachtet man Mittelwerte ist alles nicht so schlimm, und es geht uns allen relativ gut. Da freut sich Politiker und Bürger wundert sich. Dazu fällt mir spontan ein alter Karnevalswitz ein: Was ist Relativität? Ganz einfach: Wenn ich meinen Zeigefinger Dir in die Nase stecke, dann haben wir beide einen Finger in der Nase, aber mir geht’s dabei noch relativ gut.

Allerdings gibt es ja auch noch die wohl berühmtesten Worte zum Thema Mittelwert von Franklin D. Roosevelt, dem 32. Präsident der Vereinigten Staaten: „Laut Statistik haben ein Millionär und ein armer Kerl jeder eine halbe Million.“ Ich weiss nicht, ob es ein Statistiker-Glaubensbekenntnis gibt; sollte es allerdings eins geben, dann stehen diese Worte garantiert mit drin.

Worte sind sowieso toll. Man kann sie so schön kombinieren. Zum Beispiel bei Befragungen, bei denen man mit Bedacht und ausgewählten Worten zweimal eine Frage gleichen Inhalts stellt und garantiert zwei verschiedene Antworten von den befragten Menschen kriegt

Noch toller sind allerdings Grafiken, die die Zahlen und Worte aus den Befragungen und Ermittlungen zusammenfassen und für Jedermann einfach und verständlich darstellen sollen. Der Maßstab ist hier das Schlüsselwort. Zeigt eine Grafik von 2000 bis 2010 ein für mich blöd anzuschauendes Kurvengebilde, welches eigentlich stetig nach unten zeigt, dann zoome ich einfach solange in diese Statistik rein, bis ich in einem kürzen Zeitraum, sagen wir von 2008 bis 2010 eine günstigere Kurve habe. Wer das jetzt gerne mal in in griffigen Grafiken und, statistisch gesehen, wahrhaften Worten vor sich sehen würde, dem empfehle ich dieses pdf-Dokument: www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Veroeffentl/802008002.pdf

Es ist schon schwierig. Was soll man tun? Gar nichts mehr glauben? Am besten verlässt man sich wohl auf den gesunden Menschenverstand und die Logik. Oder?

1*1 = 1, unzweifelhaft. Aber 12 ist nicht 1, weil das Quadrat einer gegebenen Zahl größer sein muss als die Zahl selbst. Die Wurzel aus 1 kann logischerweise nicht 1 sein, weil die Wurzel aus einer Zahl kleiner sein muss als die Zahl selbst. Aber mathematisch oder formal ist sqrt(1)=1. Die Mathematik widerspricht in diesem Falle der Logik oder der reinen Vernunft, und darum ist die Mathematik in diesem Kardinalfalle vernunftwidrig. Auf der Sinnlosigkeit, der 1, bauen sich dann alle Werte auf, und in diesen falschen werden fußt die mathematische Wissenschaft, die “einzig exakte, unfehlbare”. Aber dies ist Mathematik! Ein artiges Spiel für Leute, die nichts zu tun haben. (August Strindberg – 1849-1912)

Och, nee, oder? Na ja, zumindest beweist das, dass ich in meiner Schulzeit ein sehr vernünftiger Junge war, denn ich hielt es gelegentlich für sehr unvernünftig mich mit Gleichungen mit mehreren Umbekannten zu plagen, die andere doch schön längst gelöst hatten. Rein statistisch gesehen bin ich mit dieser Einstellung im Mittelfeld gelandet.

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